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Streitschlichtung
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Was sind Streitschlichter?
Streitschlichter vermitteln zwischen zwei oder mehreren Kontrahenten. Sie helfen ihnen die Ursachen ihrer Streitigkeiten zu finden und eine für beide Seiten vertretbare Lösung zu finden, um weitere Auseinandersetzungen zu vermeiden.


Wie verläuft die Streitschlichtung?
• SCHLICHTUNG EINLEITEN.
Die Kontrahenten begrüßen sich und stellen sich vor. Der oder die Streitschlichter/in stellt sich vor und erklärt die Ziele und Regeln einer Streitschlichtung, z. B. dass er oder sie neutral ist, dass der Inhalt des folgenden Gesprächs nicht weitergegeben wird, dass beide den Streit ruhig und ohne Beleidigungen wiedergeben sollen.

• SACHVERHALTE KLÄREN UND ANTEILE FINDEN
Beide Kontrahenten tragen ihre Standpunkte vor, die der Streitschlichter sinngemäß und neutral wiederholt. Die Kontrahenten werden angeregt Gefühle, Motive und Anteile am Konflikt zu erkennen und anzusprechen.

• LÖSUNGEN SUCHEN UND VERSTÄNDIGUNG FINDEN
Die Schüler/innen werden sich nun getrennt voneinander Lösungsmöglichkeiten überlegen, aufschreiben und vortragen. Diese werden gemeinsam mit dem/der Streitschlichter/in bewertet und ausgewählt, um sich anschließend auf eine gemeinsame Lösung zu verständigen.

• VEREINBARUNG SCHRIFTLICH FESTHALTEN
Der /die Streitschlichter/in erstellt einen Vereinbarungsvertrag und organisiert ein Nachfolgetreffen, bei dem beide nochmals erscheinen und über ihr „neues“ Miteinander kurz berichten.


Wie wird man Streitschlichter an der AER?
Die erste Fortbildung für Lehrer fand im Schuljahr 1999/2000 statt, woraufhin 2000/01 die erste Streitschlichtergeneration ausgebildet wurde. Diese nahm ihre Schlichtertätigkeit im SJ 2001/02 unter Leitung von Frau Hans auf und zeigte, dass ein solches Programm durchaus sinnvoll ist. Zurzeit ist bereits die sechste Schlichtergeneration im Einsatz, womit insgesamt schon über fünfzig ausgebildete Schlichter/innen aus dem Programm hervorgegangen sind.
Streitschlichter wurden vom Schuljahr 2000/01 an in einer Arbeitsgemeinschaft über ein Schuljahr zum Streitschlichter ausgebildet. Seit dem Schuljahr 2006/07 läuft die Ausbildung über den Wahlpflicht – Bereich.
Es werden Dinge wie aktives Zuhören, Neutralität, Zurückhaltung, Vertraulichkeit, nonverbale und verbale Kommunikation, Gesprächsführung u. -verhalten trainiert. Dies geschieht vor allem über Rollen- und Gruppenspiele.
Ein Streitschlichtungsablauf wird intensiv in Rollenspielen eingeübt, hierzu werden teils fiktive, teils selbst erlebte Konflikte als Grundlage genommen.

Die Schülerinnen und Schüler werden vorab ausführlich über die Ausbildung informiert. Sollten sie sich für die Ausbildung zum Streitschlichter/in entschieden haben, geht auch ein Informationsschreiben an ihre Eltern.
Am Ende einer erfolgreichen Ausbildung bzw. Ausbildung und Tätigkeit als Streitschlichter/in, erhalten die Schüler eine Teilnahmebescheinigung/Zertifikat, dass sie Bewerbungen beilegen können.



Warum wurde das Streitschlichter-Konzept an der AER eingeführt?
Streit ist allgegenwärtig, auch wenn niemand Streit sucht. Konflikte entstehen überall dort, wo Menschen miteinander zu tun haben, auch in der Schule. So sind mittlerweile neben Unterrichtsstörungen körperliche Auseinandersetzungen, Drohungen und gewalttätiges Verhalten an vielen Schulen alltäglich geworden. Glücklicherweise ist dies an der AER nur punktuell festzustellen. Dennoch will die AER Konflikte im Zusammenleben ernst nehmen. Dabei kann es nicht darum gehen, sie generell zu vermeiden; Konflikte gehören zum Leben dazu – den Lehrerinnen und Lehrern der AER geht es darum, wie man mit ihnen umgeht. Im Schulalltag bleibt den Lehrern oft nur wenig Zeit, auf streitende Schüler einzugehen: meistens werden Konflikte zwischen Tür und Angel geregelt. Zurück bleibt der Eindruck, dass mehr Zeit nötig gewesen wäre, um den Kindern in Ruhe zuzuhören, vielleicht um zu erfahren, worum es in dem Streit wirklich ging. Viele gewaltvolle Handlungen beginnen "im Kleinen". Scheinbare Kleinigkeiten haben oft für die Betroffenen selbst, insbesondere bei jüngeren Schülern, große Bedeutung und führen häufig zu großen psychischen Belastungen: Rangeleien, Auslachen, Beschädigung von Sachen, Petzen, Missachten von Regeln sind nur einige Erscheinungsformen.
Die Streitschlichtung an der AER will erreichen, dass bei den Kindern und Jugendlichen die Einstellung im Umgang mit Konflikten eine andere Richtung erhält. Die Fähigkeit zur friedlichen Konfliktlösung ist bei vielen Schülern unzureichend entwickelt, da im Elternhaus häufig die Kenntnisse und durch berufliche Doppelbelastungen die Zeit fehlen, mit Kindern kreativ und geduldig nach fairen Lösungen zu suchen. Kinder und Jugendliche, die lernen, dass und wie sie Konflikte lösen können, erhöhen ihre soziale Kompetenz. Hier greift die Streitschlichtung zum einen, indem Schülerinnen und Schüler zu den Schlichtern gehen und ihren Streit in Ruhe gemeinsam zu lösen versuchen. Zum anderen, indem sie sich aktiv zum Streitschlichter ausbilden lassen.



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